Entwickelt & produziert in der Schweiz

EMU Professional II:
MID-konformer 3-Phasen-Energiezähler

Der Professional II misst dreiphasig – direkt bis 100 A oder über Stromwandler – und speichert den Lastgang im Gerät. Seine Werte sind MID-konform und damit für die interne wie die externe Verrechnung zugelassen. Montiert wird der Drehstromzähler auf der DIN-Schiene.

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EMU Professional II 3-Phasen-Energiezähler mit LC-Display, CE- und M22-Kennzeichnung und dem Hinweis Made in Switzerland
EMU Professional II 3/100 LoRa · 3×230/400 V · 50 Hz · Cl. B

Zertifizierungen

Welche Zertifizierungen hat der EMU Professional II?


Ein Zähler, der abrechnen soll, muss mehr können als messen. Der Professional II trägt die Zulassungen, die in der Schweiz und in der EU für Verrechnung, Drittmengenabgrenzung und Energiemanagement verlangt werden.

100’000

Messwerte im Lastgangspeicher

3 Jahre

Historie im Gerät

4

Tarife für Bezug und Lieferung

MID B+DZugelassen für Verrechnung in der EU
PTB-A 20.1Eichrechtskonform
PTB-A 50.7Drittmengenabgrenzung und Energiemanagement
ISO 50001Geeignet für Energiemanagementsysteme
CLC/TR 50579Messgenau auch bei Photovoltaik

Schnittstellen

Welche Schnittstellen hat der EMU Professional II?


Den Professional II gibt es in Ausführungen mit unterschiedlichen Schnittstellen. Die Wahl ist keine Nebensache: Sie entscheidet über Verkabelung, Netzwerkplanung und Auslesetakt und darüber, welche Systeme später an dieselben Werte kommen. Deshalb hat jede Schnittstelle eine eigene Seite – mit dem Prinzip dahinter, der Auslegung und dem typischen Zusammenspiel mit dem EMU M-Center.

Eine Faustregel vorweg: M-Bus, wenn im Gebäude viele Zähler verschiedener Medien zusammenkommen. RS-485, wenn Leittechnik und Automatisierung ohnehin Modbus sprechen. TCP/IP, wenn Ethernet liegt und die Daten in die Cloud oder auf ein Dashboard sollen. LoRa, wenn kein Kabel mehr hinkommt.

M-BusZwei Adern, verpolungssicher, bis 250 Zähler am M-Center RS-485 / Modbus RTUFeldbus für Leittechnik, Registerzugriff TCP/IPModbus TCP und MQTT direkt im Netzwerk LoRaFunk im EU868-Band, TTN-Template inklusive KNXAb Q1 2027

Der häufigste Irrtum

Die Schnittstelle wird oft nach dem gewählt, was der Elektriker kennt, und nicht danach, wohin die Daten später sollen. Wenn in zwei Jahren eine Abrechnung oder ein Dashboard dazukommt, ist die Entscheidung bereits verbaut. Deshalb klären wir am Anfang eines Projekts lieber das Zielsystem als die Klemmenbelegung.

Ausführungen

Welche Ausführungen des EMU Professional II gibt es?


Zwei Entscheidungen bestimmen die Ausführung: Fliesst der Strom direkt durch den Zähler oder über Wandler, und über welche Schnittstelle sollen die Werte das Gerät verlassen. Die Bezeichnung auf der Frontblende hält beides fest.

Direktanschluss 3/100 – bis 100 A je Phase

Messbereich 0,25–5(100) A · −25 bis +70 °C · Klasse B für Wirkenergie, Klasse 2 für Blindenergie

Wandleranschluss 3/5 – über Stromwandler

Messbereich 0,01–1(6) A sekundär · Temperaturbereich je nach Ausführung, siehe Aufdruck auf der Frontblende · passende Stromwandler

Weitere Ansichten

EMU Professional II 3/100 LoRa in Schrägansicht, Lüftungsschlitze und SMA-Antennenanschluss auf der Oberseite sichtbar
Oberseite mit Antennenanschluss. Bei den LoRa-Ausführungen mit Anschluss für eine externe Antenne sitzt der SMA-Anschluss oben. Im Verteiler muss dafür Platz über dem Gerät bleiben, sonst lässt sich die Antenne nicht montieren.
EMU Professional II 3/5 TCP/IP in Schrägansicht, RJ45-Buchse auf der Oberseite sichtbar
Netzwerkbuchse oben. Bei den TCP/IP-Ausführungen liegt die RJ45-Buchse auf der Oberseite, zwischen den Abdeckungen der Klemmenblöcke.

Bestellnummern

AusführungSchnittstelleArtikelnummer
EMU Professional II 3/100 – Direktanschluss 100 Aohne SchnittstelleP20A0000
EMU Professional II 3/100 M-Bus – Direktanschluss 100 AM-BusP20A000M
EMU Professional II 3/100 RS485 – Direktanschluss 100 AModbus RTU (RS-485)P20A000MO
EMU Professional II 3/100 TCP/IP – Direktanschluss 100 ATCP/IPP20A000T
EMU Professional II 3/100 LoRa – Direktanschluss 100 ALoRa, interne AntenneP20A000LO
EMU Professional II 3/100 LoRa ext. Antenne – Direktanschluss 100 ALoRa, interne Antenne und SMA-Anschluss für externe AntenneP20A000LE
EMU Professional II 3/100 KNX – Direktanschluss 100 AKNX (ab Q1 2027)P20A000K
EMU Professional II 3/5 – Wandleranschlussohne SchnittstelleP21A0000
EMU Professional II 3/5 M-Bus – WandleranschlussM-BusP21A000M
EMU Professional II 3/5 RS485 – WandleranschlussModbus RTU (RS-485)P21A000MO
EMU Professional II 3/5 TCP/IP – WandleranschlussTCP/IPP21A000T
EMU Professional II 3/5 LoRa – WandleranschlussLoRa, interne AntenneP21A000LO
EMU Professional II 3/5 LoRa ext. Antenne – WandleranschlussLoRa, interne Antenne und SMA-Anschluss für externe AntenneP21A000LE
EMU Professional II 3/5 KNX – WandleranschlussKNX (ab Q1 2027)P21A000K

Die Fotos zeigen Mustergeräte. Massgebend für Ihre Bestellung sind Artikelnummer und Datenblatt – Datenblatt und Handbücher stehen weiter unten zum Download.

Nutzen

Was leistet der EMU Professional II?


Kosten sichtbar machen

Verbräuche eindeutig Maschinen, Anlagen, Mietern oder Gebäudebereichen zuordnen – statt sie über einen Verteilschlüssel zu schätzen.

Lastspitzen erkennen

Der Lastgang zeigt, wann die Spitzen entstehen und wo sich Leistungskosten senken lassen – gespeichert im Gerät, auch ohne Leitsystem.

Energie effizient nutzen

Laufend erfasste, nachvollziehbare Messwerte als Grundlage für ein Energiemanagement nach ISO 50001.

Abrechnung vereinfachen

MID-konforme Daten für interne und externe Verrechnungen, inklusive Drittmengenabgrenzung.

Flexible Tarifmodelle

Bis zu vier Tarife für Bezug und Lieferung – auch für Zusammenschluss zum Eigenverbrauch (ZEV) und Mieterstrom.

Direkt ins Netzwerk

Die TCP/IP-Ausführung sendet ihre Werte per MQTT an Dashboards und Cloud-Dienste.

Lastgangspeicher

Wozu dient der Lastgangspeicher im Energiezähler?


Die meisten Zähler zeigen einen Zählerstand. Der beantwortet die Frage „wie viel“, aber nie die Frage „wann“. Und genau am „wann“ hängen die Leistungskosten: Zwei Betriebe mit demselben Jahresverbrauch zahlen deutlich Unterschiedliches, je nachdem, ob sich der Bezug gleichmässig verteilt oder sich in wenigen Viertelstunden ballt.

Der Professional II speichert deshalb über 100’000 Messwerte intern, was bis zu drei Jahren Historie entspricht. Entscheidend ist der Zusatz: auch ohne Leitsystem. Der Zähler ist nicht darauf angewiesen, dass jemand regelmässig abfragt. Fällt die Auslesung für zwei Wochen aus – Netzwerkumbau, defektes Gateway, Ferien –, gehen keine Werte verloren; sie werden beim nächsten Auslesen nachgeholt.

Das verschiebt auch die Projektlogik. Sie können Zähler montieren und messen lassen, bevor das Energiemanagement überhaupt existiert. Wenn Joulio-Web oder ein Leitsystem später dazukommt, ist bereits ein Jahr Historie vorhanden, statt bei null anzufangen.

Vier Tarife, zwei Richtungen

Bis zu vier Tarife für Bezug und Lieferung trennen Hoch- und Niedertarif ebenso wie eingespeiste von bezogener Energie. In Eigenverbrauchsgemeinschaften und bei Mieterstrom ist das die Grundlage dafür, dass am Ende jede Partei das abgerechnet bekommt, was sie tatsächlich bezogen oder geliefert hat.

Was der Lastgang beantwortet

  • Wann entstehen die Leistungsspitzen – und wodurch?
  • Läuft nachts etwas, das niemand bestellt hat?
  • Was hat die neue Anlage tatsächlich gebracht?
  • Welcher Mieter, welche Maschine, welcher Bereich?
  • Stimmt die Rechnung des Versorgers?

Praktischer Nebeneffekt

Bei einer Reklamation lässt sich der strittige Zeitraum nachträglich aufrollen, statt ihn zu schätzen. Das ist der Unterschied zwischen einer Diskussion und einer Auswertung.

Einsatzbereiche

Wo wird der EMU Professional II eingesetzt?


Produktion

Verbrauch je Maschine oder Linie, als Grundlage für Effizienzprojekte und ISO 50001 / ISO 14001.

Büro und Verwaltung

Verbrauch je Mieteinheit oder Gebäudebereich.

Ladeinfrastruktur

Abrechenbare Messung an Ladepunkten.

PV-Anlagen

Messgenau nach CLC/TR 50579, mit Tarifen für Bezug und Lieferung.

Mieterstrom | ZEV

Zusammenschluss zum Eigenverbrauch (ZEV) und Mieterstrom sauber aufteilen.

Stadtwerke

Submetering im Bestand, auch bei gemischten Zählerlandschaften.

Häufige Fragen

Häufige Fragen zum EMU Professional II


Direktanschluss oder Wandler, Eichfrist, Mieterstrom, ZEV und LEG, Schnittstellen: die Antworten stammen aus Datenblatt und Handbüchern zum Zähler sowie aus den geltenden Schweizer Rechtsgrundlagen.

Zulassung, Genauigkeit und Eichung Direktanschluss Wandleranschluss Montage, Gehäuse und Umgebung Lastgang und Datenspeicher Schnittstellen Mieterstrom, ZEV und LEG

Zulassung, Genauigkeit und Eichung

Was ist der EMU Professional II?

Der EMU Professional II ist ein dreiphasiger Energiezähler für die 35-mm-DIN-Schiene. Er misst Wirk- und Blindenergie in beide Richtungen, speichert den Lastgang im Gerät, kennt bis zu vier Tarife und gibt die Werte je nach Ausführung über M-Bus, Modbus RTU, TCP/IP oder LoRa aus. Gebräuchlich sind auch die Bezeichnungen Drehstromzähler, Dreiphasenzähler, 3-Phasen-Stromzähler oder, wegen der Montage auf der DIN-Schiene, Hutschienenzähler.

Welche Genauigkeitsklasse hat der Zähler?

Für Wirkenergie Klasse B nach EN 50470-3, das entspricht einer Abweichung von einem Prozent. Für die weiteren Messgrössen gilt Klasse 2 nach EN 62053, also zwei Prozent. Beide Klassen gelten über den gesamten Messbereich und nicht nur im Nennpunkt.

Ist der Professional II für die Abrechnung zugelassen?

Ja. Der Zähler ist nach MID Modul B+D zugelassen, eichrechtskonform nach PTB-A 20.1 und in den Lastgang-Ausführungen zusätzlich nach PTB-A 50.7 für Drittmengenabgrenzung und Energiemanagement zertifiziert.

Wie lange ist ein Elektrizitätszähler in der Schweiz geeicht?

Elektronische Wirkenergiezähler müssen nach Artikel 6 der Verordnung des EJPD über Messmittel für elektrische Energie und Leistung (EMmV, SR 941.251) alle zehn Jahre von einer ermächtigten Eichstelle nachgeeicht werden. Zähler mit elektromechanischem Messwerk haben eine Frist von fünfzehn Jahren.

Kann die Eichfrist verlängert werden?

Ja. Für direkt messende Wirkenergiezähler ohne vorgeschaltete Wandler erlaubt Artikel 6 Absatz 2 EMmV ein statistisches Stichprobenverfahren nach Anhang 4. Besteht ein Los die Stichprobe, behalten alle Zähler des Loses ihre Eichgültigkeit für weitere fünf Jahre.

Wer ist für die Einhaltung der Eichfrist verantwortlich?

Die Verantwortung liegt bei der Person, die das Messmittel verwendet, also in der Regel beim Eigentümer oder Betreiber der Anlage. Das gilt auch für Unterzähler in einem Zusammenschluss zum Eigenverbrauch, nicht nur für Zähler des Verteilnetzbetreibers.

Misst der Zähler auch hinter einem Photovoltaik-Wechselrichter korrekt?

Ja. Der Professional II erfüllt CLC/FprTR 50579 und misst auch bei Oberschwingungen im Bereich von 2 bis 150 Kilohertz richtig, wie sie Wechselrichter erzeugen. Er zählt Bezug und Lieferung getrennt, was für Eigenverbrauchsanlagen erforderlich ist.

Wo wird der Professional II hergestellt?

In der Schweiz. Entwicklung, Leiterplattenbestückung, Endmontage und Prüfung finden im Land statt, der technische Support kommt aus Baar im Kanton Zug.

Direktanschluss

Was bedeutet Direktanschluss bei einem Stromzähler?

Beim Direktanschluss fliesst der gesamte Laststrom durch den Zähler. Es braucht keine Stromwandler und keine Umrechnung. Das vereinfacht die Installation, begrenzt aber den messbaren Strom auf das, was die Klemmen des Geräts aushalten.

Bis zu welchem Strom darf ich direkt messen?

Die Direktanschlussvariante 3/100 misst bis 100 Ampere je Phase. Darüber hinaus ist ein Wandleranschluss erforderlich. Bei Anlagen, die nahe an 100 Ampere liegen, ist der Wandleranschluss die robustere Wahl.

Welchen Leiterquerschnitt nehmen die Klemmen auf?

Beim Direktanschluss 1,5 bis 35 Quadratmillimeter. Das Anzugsmoment beträgt 2 Newtonmeter, maximal zulässig sind 3 Newtonmeter. Zu geringes Moment führt zu Übergangswiderständen und Erwärmung an der Klemme.

Ab welchem Strom beginnt der Zähler zu zählen?

Der Anlaufstrom der Direktanschlussvariante liegt bei 20 Milliampere. Kleinere Ströme erfasst der Zähler nicht. Für Standby-Messungen einzelner Geräte ist das die untere Grenze.

Welche Spannung und Frequenz braucht der Zähler?

400 Volt Wechselspannung zwischen den Aussenleitern mit einer Toleranz von plus/minus 20 Prozent, entsprechend 230 Volt gegen Neutralleiter. Nennfrequenz 50 Hertz, 60 Hertz auf Anfrage. Der Messbereich reicht von 40 bis 65 Hertz.

Wann wechsle ich vom Direktanschluss zum Wandleranschluss?

Sobald der zu erwartende Dauerstrom 100 Ampere überschreitet oder die Zuleitung einen Querschnitt über 35 Quadratmillimeter hat. Auch beengte Platzverhältnisse im Verteiler sprechen für Wandler, weil dann nur dünne Messleitungen zum Zähler führen.

Wandleranschluss

Was ist ein Wandleranschluss?

Beim Wandleranschluss messen Stromwandler den Laststrom und bilden ihn auf einen kleinen Sekundärstrom von 5 oder 1 Ampere ab. Nur dieser Sekundärstrom läuft durch den Zähler. So lassen sich Anlagen bis in den Kiloampere-Bereich messen.

Welche Wandlerverhältnisse kann der Professional II abbilden?

Bei der Variante mit 5 Ampere Sekundärstrom von 5/5 bis 20’000/5 in Schritten von 5 Ampere. Bei der Variante mit 1 Ampere Sekundärstrom von 1/1 bis 4’000/1. Das Verhältnis wird im Zähler hinterlegt, der die Werte dann auf die Primärseite hochrechnet.

Wie hoch darf der Sekundärstrom sein?

Die Variante 3/5 verträgt dauerhaft bis 6 Ampere Sekundärstrom. Der Anlaufstrom liegt bei 1 Milliampere, der Zähler erfasst also auch sehr kleine Lasten im Verhältnis zur Wandlergrösse.

Welche Klemmendaten gelten beim Wandlerzähler?

1 bis 6 Quadratmillimeter Leiterquerschnitt, Anzugsmoment 0,8 Newtonmeter, maximal 1 Newtonmeter. Die Stromwandlerkreise dürfen im Betrieb nie offen sein, weil sonst gefährlich hohe Spannungen entstehen.

Muss ich das Wandlerverhältnis im Zähler einstellen?

Ja. Ohne korrekt hinterlegtes Verhältnis rechnet der Zähler die Sekundärwerte falsch hoch und die Abrechnung stimmt nicht. Die Einstellung ist im Quickstart zum Professional II beschrieben und sollte bei der Inbetriebnahme protokolliert werden.

Sind Stromwandler eichpflichtig?

Nach Artikel 13 Absatz 1 EMmV ist die Eichgültigkeit induktiver und kapazitiver Messwandler unbegrenzt. Bei anderen Wandlertypen kann das Bundesamt bei der Zulassung im Einzelfall eine Nacheichfrist festlegen.

Wie genau ist die Messung mit Wandlern?

Die Gesamtgenauigkeit ergibt sich aus Zähler und Wandler zusammen. Der Zähler erfüllt Klasse B nach EN 50470-3. Damit das in der Praxis trägt, muss die Wandlerklasse dazu passen und die Bürde innerhalb der Spezifikation des Wandlers liegen.

Montage, Gehäuse und Umgebung

Wie viel Platz braucht der Zähler im Verteiler?

90 mal 91 mal 72 Millimeter, das sind 5 Teilungseinheiten auf der 35-mm-DIN-Schiene. Das Gewicht liegt bei rund 350 Gramm.

Welche Schutzart hat der Professional II?

Das Gehäuse erfüllt IP51, die Klemmen IP20. Der Zähler ist in Schutzklasse II ausgeführt. Für den Einsatz im Freien oder in feuchter Umgebung braucht es ein entsprechendes Gehäuse.

In welchem Temperaturbereich arbeitet der Zähler?

Der Bereich beginnt bei minus 25 Grad Celsius; die obere Grenze hängt von der Ausführung ab und steht auf der Frontblende – bei den Direktanschlussvarianten 3/100 sind es plus 70 Grad, bei mehreren Wandlervarianten 3/5 plus 55 Grad. Die mechanische Umgebungsklasse ist M2, die elektromagnetische E2.

Wie viele Tarife kann der Zähler umschalten?

Je nach Ausführung zwei oder vier Tarife. Die Umschaltung erfolgt über Steuereingänge mit 230 Volt Wechselspannung. Bezug und Lieferung werden getrennt gezählt, sodass auch Einspeisetarife abgebildet werden können.

Lastgang und Datenspeicher

Was ist ein Lastgangspeicher und wofür brauche ich ihn?

Der Lastgangspeicher legt den Verbrauch in festen Intervallen ab, beim Professional II alle 15 Minuten. Daraus lassen sich Lastspitzen, Standby-Verbräuche und Betriebszeiten erkennen. Für Leistungstarife und für Energiemanagement nach ISO 50001 ist das die Datengrundlage.

Wie lange reicht der Speicher?

Über 100’000 Messwerte, das entspricht mehr als drei Jahren Historie bei 15-Minuten-Werten. Der Zähler speichert unabhängig davon, ob ein Leitsystem angeschlossen ist.

Was passiert bei einem Stromausfall?

Die interne Uhr läuft 18 Tage gepuffert weiter. Die Messwerte liegen im EEPROM und bleiben dort mindestens zehn Jahre erhalten. Nach Rückkehr der Spannung zählt das Gerät ohne Dateneingriff weiter.

Warum ist der Lastgang für die Drittmengenabgrenzung wichtig?

Weil nur zeitlich aufgelöste Werte zeigen, welche Menge zu welchem Zeitpunkt an Dritte weitergegeben wurde. Die Lastgang-Ausführungen des Professional II sind dafür nach PTB-A 50.7 zertifiziert.

Schnittstellen

Welche Schnittstellen gibt es?

Je nach Ausführung M-Bus, Modbus RTU über RS-485, TCP/IP oder LoRa. Dazu kommen ein S0-Impulsausgang und eine optische Schnittstelle. Für jede Ausführung gibt es ein eigenes Schnittstellen-Handbuch.

Welche Buslast erzeugt der Zähler am M-Bus?

1,5 Milliampere, also genau eine M-Bus-Standardlast. Primäradressen sind von 0 bis 250 einstellbar, die Sekundäradresse ist achtstellig. Ab Werk sind Primäradresse 000, 2400 Baud und die Seriennummer als Sekundäradresse eingestellt.

Welche Baudraten unterstützt die M-Bus-Ausführung?

300 bis 9600 Baud. In grösseren Installationen hat sich 2400 Baud bewährt, weil die Reichweite bei höheren Baudraten deutlich abnimmt. Das EMU M-Center liest die Zähler in diesem Raster aus.

Welche Einstellungen gelten für Modbus RTU?

Der Zähler belegt ein Achtel einer Unit Load am RS-485-Strang und arbeitet mit 9600 bis 115’200 Baud. Die Registerbelegung steht im Schnittstellen-Handbuch Modbus.

Was kann die TCP/IP-Ausführung?

Sie hat einen RJ45-Anschluss mit 100 Megabit im Vollduplex und bringt einen Webserver, Modbus TCP, eine HTTP-GET-Schnittstelle und NTP-Zeitsynchronisation mit. Ab Werk bezieht sie ihre Adresse per DHCP. MQTT ermöglicht die direkte Anbindung an Dashboards und Cloud-Dienste.

Welches Frequenzband und welche LoRa-Klasse nutzt der Zähler?

863 bis 870 Megahertz, LoRaWAN 1.0.3, standardmässig Klasse C, Klasse A ist möglich. Der Beitritt erfolgt über OTAA oder ABP.

Gibt es einen LoRa-Decoder?

Ja. Im The Things Network steht der EMU Professional II LoRa als Template bereit. Für andere Systeme stellt EMU den Decoder auf GitHub zur Verfügung, dazu einen Payload-Generator und einen Payload-Decoder als Web-Werkzeuge.

Welche Daten liefert der S0-Impulsausgang?

Der Ausgang entspricht EN 62053-31 und ist als Opto-MOSFET für 5 bis 60 Volt Gleich- oder Wechselspannung ausgeführt. Einstellbar sind 1, 10, 100, 1000 oder 10’000 Impulse pro Kilowattstunde und Impulslängen von 2, 10, 30, 40 oder 120 Millisekunden.

Gibt es eine optische Schnittstelle?

Ja, eine Infrarot-Schnittstelle nach D0 gemäss EN 62056-21. Sie dient zum Auslesen vor Ort, unabhängig von der Busverkabelung.

Wie arbeitet der Professional II mit dem EMU M-Center zusammen?

Das M-Center liest den Zähler über M-Bus oder Modbus RTU aus, speichert die Werte und gibt sie über MQTT, BACnet IP, OPC UA, Modbus TCP, API, FTP oder E-Mail weiter. Die Lastgang-Funktion des M-Center setzt den EMU Professional II voraus.

Mieterstrom, ZEV und LEG

Welche Zähler brauche ich für Mieterstrom?

Der Verteilnetzbetreiber misst am Anschlusspunkt des Gebäudes. Die Aufteilung auf die einzelnen Mietparteien läuft über Unterzähler, die der Eigentümer beschafft und betreibt. Diese Zähler müssen den Anforderungen des Messmittelrechts genügen, weil mit ihren Werten abgerechnet wird.

Was ist ein Zusammenschluss zum Eigenverbrauch (ZEV)?

Mehrere Endverbraucher am selben Ort schliessen sich zusammen und treten dem Netzbetreiber gegenüber als ein einziger Endverbraucher auf. Rechtsgrundlage sind Artikel 17 und 18 des Energiegesetzes, in der seit dem 1. Januar 2025 geltenden Fassung. Nach Artikel 17 Absatz 2 EnG können Mieter und Pächter einbezogen werden.

Was ist ein virtueller ZEV (vZEV)?

Beim virtuellen Zusammenschluss bleiben die Messungen des Verteilnetzbetreibers bestehen und werden rechnerisch zusammengefasst, statt physisch über einen gemeinsamen Anschlusspunkt zu laufen. Der Begriff stammt aus der Praxis der Netzbetreiber, das Energiegesetz selbst verwendet ihn nicht. Welche Variante möglich ist, legt der zuständige Verteilnetzbetreiber fest.

Was ist eine lokale Elektrizitätsgemeinschaft (LEG)?

Eine LEG nach Artikel 17d des Stromversorgungsgesetzes, in Kraft seit dem 1. Januar 2026, verbindet Endverbraucher, Erzeuger erneuerbarer Elektrizität und Speicherbetreiber im gleichen Netzgebiet, auf der gleichen Netzebene und örtlich nahe beieinander. Die Ausdehnung umfasst höchstens das Gebiet einer Gemeinde.

Welche Messung verlangt eine LEG?

Nach Artikel 17d StromVG muss jeder Teilnehmer über ein intelligentes Messsystem verfügen, mit dem der Verteilnetzbetreiber ihn ausrüstet. Die Abrechnung gegenüber dem Netz läuft über diese Messsysteme, nicht über private Unterzähler.

Welche Rolle spielt der Professional II in einem ZEV oder einer LEG?

Er misst hinter dem Anschlusspunkt: einzelne Wohnungen und Gewerbeeinheiten, Ladestationen, Wärmepumpen, Photovoltaik und Speicher. Diese Werte sind die Grundlage für die interne Abrechnung, für die Kontrolle der Verteilschlüssel und für das Monitoring. Die Abgrenzung gegenüber dem Netz bleibt Sache des Verteilnetzbetreibers.

Welche Variante eignet sich für die Messung einer Photovoltaikanlage?

Eine Ausführung mit Zweirichtungsmessung und Lastgangspeicher. Damit sind Produktion, Eigenverbrauch und Einspeisung getrennt nachvollziehbar, und bis zu vier Tarife lassen sich auf Bezug und Lieferung verteilen.

Gelten die Eichfristen auch für Unterzähler im ZEV?

Ja. Die Nacheichfrist von zehn Jahren nach Artikel 6 EMmV hängt am Messmittel und nicht daran, wer es betreibt. Wird mit den Werten abgerechnet, muss der Zähler gültig geeicht sein.

Rechtliche Angaben nach Energiegesetz (EnG, SR 730.0) Art. 17 und 18, Stromversorgungsgesetz (StromVG, SR 734.7) Art. 17d und 17e sowie der Verordnung des EJPD über Messmittel für elektrische Energie und Leistung (EMmV, SR 941.251) Art. 6 und 13. Stand Oktober 2026. Massgebend ist der jeweils geltende Gesetzestext; die Angaben ersetzen keine Rechtsberatung.

Welche Ausführung brauchen Sie?


Sagen Sie uns, wohin die Daten sollen – Leittechnik, Abrechnung, Cloud oder alles drei. Danach richtet sich die Schnittstelle.

Telefon
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