Wissen · EMU M-Center
M‑Center in Betrieb nehmen: die ersten Schritte
Von der 230-V-Speisung über den Serviceport bis zu M-Bus, Modbus und MQTT – Schritt für Schritt und mit Animationen. Die Angaben stammen aus dem Handbuch zum EMU M-Center.
Kurzübersicht
Was brauche ich für die Inbetriebnahme?
Für die ersten Schritte reichen ein Laptop und ein Netzwerkkabel. Das M-Center sitzt auf der DIN-Schiene und wird im Normalfall mit 230 V AC gespeist.
- Speisung 230 V AC (100–240 V AC, mindestens 1 A) an der Klemme Supply unten links
- Laptop mit Netzwerkanschluss und aktuellem Browser
- Netzwerkkabel (RJ45) für den Serviceport
- Zähler mit M-Bus, Modbus RTU oder Modbus TCP, zum Beispiel EMU Professional II, Helvatron H2O oder Helvatron DELTA III
- Lizenzen für die gewünschte Anzahl Geräte und Protokolle – erweiterbar auch nachträglich
Direkt zu: Kurzübersicht Serviceport M-Bus Modbus MQTT Joulio-Web Firmware Konfiguration Benutzer
- 230 V AC anschliessenAussenleiter L und Neutralleiter N an die Klemme Supply unten links. Die Versorgung muss mindestens 1 A liefern (100–240 V AC).
- 24 V DC frei lassenDie 24-V-DC-Klemme oben rechts ist eine Alternative. Beide Speisungen dürfen nie gleichzeitig angeschlossen sein.
- Einschalten und LED prüfenDie Status-LED User neben den Modbus-Klemmen leuchtet durchgehend grün, wenn das M-Center im Ruhezustand ist.
- Weiter zum ServiceportJetzt den Laptop am unteren Netzwerkanschluss verbinden – siehe nächster Abschnitt.
Die Art der Speisung bestimmt, wie stark der M-Bus belastet werden darf. Für grosse M-Bus-Anlagen beraten wir Sie gern bei der Wahl zwischen 230 V AC und 24 V DC.
Schritt 1
Wie verbinde ich den Serviceport?
Der Serviceport ist der untere Netzwerkanschluss. Er hat die feste Adresse 169.254.254.1 und verteilt selbst IP-Adressen an den angeschlossenen Laptop.
- Kabel am Serviceport einsteckenDas M-Center hat zwei RJ45-Anschlüsse: oben das LAN, unten den Serviceport für die direkte Verbindung mit einem Laptop.
- Laptop verbindenDer Laptop erhält am Serviceport automatisch eine IP-Adresse per DHCP. An den Netzwerkeinstellungen müssen Sie nichts ändern.
- Weboberfläche öffnenIm Browser die feste Adresse
http://169.254.254.1eingeben. - AnmeldenWerkseinstellung: Benutzername
admin, Passwort123. Ändern Sie das Passwort nach der ersten Anmeldung.
Das M-Center im Firmennetz finden
Der obere Anschluss (LAN) ist ab Werk auf DHCP eingestellt. Ist Ihr Computer im selben Netz, finden Sie die IP-Adresse über die Eingabeaufforderung: ping -4 mcenter-<MAC-Adresse>.local – für die MAC-Adresse 10:2C:EF:12:34:56 also ping -4 mcenter-102cef123456.local. Die MAC-Adresse ist zugleich die Seriennummer und steht auf dem Gehäuse.
Auf Windows-Rechnern geht es auch ohne Eingabeaufforderung: Im Explorer unter Netzwerk erscheint das M-Center in der Kategorie Netzwerkinfrastruktur.
Eine feste IP-Adresse stellen Sie unter Einstellungen → Netzwerk mit «Manuelle Konfiguration» ein: IP-Adresse, Subnetzmaske, Gateway und DNS-Server.
Schritt 2
Wie lese ich die M-Bus-Geräte ein?
Das M-Center sucht die angeschlossenen Zähler selbst. Wichtig ist, vorher Zeit und Zeitzone richtig einzustellen – sonst stimmen die Zeitstempel nicht.
- Vorher: Zeit und ZeitzoneUnter Einstellungen → Allgemeine Einstellungen einen NTP-Server (z. B.
ch.pool.ntp.org) und die Zeitzone eintragen. «Zeit- und Datumswerte bei M-Bus-Auslesung interpretieren» vor dem ersten Hinzufügen von Geräten aktivieren. - Zähler anschliessenEMU Professional II, Helvatron H2O und Helvatron DELTA III mit zwei Adern an die blauen Klemmen M-BUS Master. Stern, Bus oder Baum sind möglich, ein Ring nicht.
- Suchlauf einstellenEinstellungen → Suchlauf: Baudrate 2400 (empfohlen), Adressierung über die Sekundäradresse. «Datenlogger auslesen» gilt nur für den EMU Professional II.
- Scan startenMit Scan findet das M-Center die Zähler und ordnet sie nach Medium ein: Strom, Wasser, Wärme. Einzelne Geräte lassen sich unter M-Bus Gerät hinzufügen auch manuell erfassen.
Gut zu wissen
- Der Standard-Auslesezyklus beträgt 15 Minuten. Dauert ein ganzer Durchgang länger, wählen Sie ein grösseres Intervall oder legen es pro Gerät fest.
- Das M-Center liest nur die lizenzierte Anzahl M-Bus-Geräte aus. Weitere Geräte am Bus werden ignoriert, belasten ihn aber trotzdem.
- Bei neu hinzugefügten EMU Professional II liest das M-Center einmal den gesamten Datenlogger – etwa acht Tage Daten pro Stunde bei 15-Minuten-Intervall.
- Erscheint ein Gerät nicht in der erwarteten Kategorie, lässt sich das Medium nachträglich ändern.
- Stern-, Bus- und Baumtopologie sind möglich, eine Ringtopologie nicht. Kabel so kurz wie möglich halten.
Schritt 3
Wie binde ich Modbus RTU und Modbus TCP ein?
Neben M-Bus liest das M-Center Modbus-Geräte – über zwei RS-485-Stränge oder über das Netzwerk mit Modbus TCP. Für den EMU Professional II ist ein fertiger Modbus-Treiber hinterlegt.
- Modbus RTU verdrahtenZwei Stränge mit je bis zu 32 Geräten an den Klemmen oben links. Geschirmtes, verdrilltes Kabel, Schirm auf C (GND). Am Strangende 120 Ω – auf der Seite des M-Center ist der Abschluss bereits eingebaut.
- RTU-Gerät hinzufügenIn der Geräteliste über das Plus-Symbol Modbus RTU wählen: Modbus-Treiber (für den EMU Professional II «Template EMU Professional II TCP + RTU»), Name, Strang, Slave-Adresse und die Schnittstellenparameter des Zählers.
- TCP-Gerät hinzufügenGeräte mit Modbus TCP hängen im Netzwerk am LAN-Anschluss. Beim Hinzufügen IP-Adresse, Port und Geräteadresse eintragen; beim EMU Professional II ist jede Geräteadresse von 0 bis 255 möglich.
- Register prüfenWeitere Register lassen sich ergänzen, zum Beispiel Wirkenergie Bezug: Register 6004, uInt64, Wh, OBIS 1-0:1.8.1. Werte danach validieren und «In Datenbank speichern» aktivieren.
Die Register des EMU Professional II stehen im Handbuch Modbus-Schnittstelle Professional II (1485).
Schritt 4
Wie richte ich MQTT ein?
MQTT kurz erklärt
MQTT arbeitet nach dem Prinzip Veröffentlichen und Abonnieren. Das M-Center veröffentlicht seine Messwerte bei einem Broker; Dashboards, Leitsysteme oder Cloud-Dienste abonnieren dort genau die Themen (Topics), die sie brauchen. Sender und Empfänger müssen einander nicht kennen.
- QoS 0 – höchstens einmal: ohne Bestätigung, am schnellsten, in der Regel ausreichend.
- QoS 1 – mindestens einmal: mit Bestätigung; eine Nachricht kann doppelt ankommen.
- QoS 2 – genau einmal: höchste Zustellgarantie, am meisten Aufwand.
TLS verschlüsselt die Verbindung und prüft per Zertifikat, dass der Broker echt ist. Die Option «Unsichere Verbindung» schaltet diese Prüfung ab – nur verwenden, wenn es nicht anders geht.
- Broker eintragenEinstellungen → MQTT: Hostname und Port Ihres MQTT-Brokers.
- Zugangsdaten und PräfixNutzer und Passwort nur, wenn der Broker sie verlangt. Das Präfix ist optional – darunter erscheint das M-Center beim Broker. Version 3.1, 3.1.1 oder 5 wählen.
- SpeichernDanach sendet das M-Center die Messwerte an den Broker. Dashboards, Leitsysteme oder Cloud-Dienste abonnieren sie dort.
- Topics lesenPräfix /
emu/mcenter/ MAC-Adresse /meterreading/ Seriennummer des Zählers /byregister/…oderbyobis/…. Für «byobis» müssen bei den Registern OBIS-Codes hinterlegt sein.
Energiemanagement
Wie kommen die Daten in Joulio-Web?
Das M-Center lädt die Messwerte direkt in die Energiemanagement-Software Joulio-Web.
- Einstellungen → Joulio-Web öffnen und die Option «Aktiv» wählen.
- Die Zertifikatsdatei (
.pem) hochladen, die Sie von Joulio-Web erhalten. Server-URL und Port werden daraus übernommen. - Ihre Client-ID für Joulio-Web eintragen.
- Speichern – der automatische Upload startet sofort.
Wartung
Wie aktualisiere ich die Firmware?
- Online: Unter Einstellungen → System Informationen sehen Sie die installierte und die aktuelle Version. Ist die Version auf dem Updateserver rot umrandet, klicken Sie ab Firmware 250116 auf «Update durchführen». Das M-Center startet danach selbst neu.
- Offline: Unter Einstellungen → Firmware aktualisieren die Firmware-Datei hochladen, die Checksumme abwarten und «Firmware installieren» wählen.
- Ältere Versionen als 250116: Update per USB-Stick oder über den EMU-Helpdesk.
Ausführlich mit allen drei Wegen: EMU M-Center – Firmware-Update.
Wartung
Wie sichere ich die Konfiguration?
Unter Einstellungen → Konfiguration sichern und laden lädt «Konfigurationsdatei exportieren» die gesamte Konfiguration als .json-Datei herunter. Mit «Konfigurationsdatei laden» übernehmen Sie eine gesicherte Konfiguration – auch von einem anderen M-Center oder einem M-Bus Center.
Sichern Sie die Konfiguration nach der Inbetriebnahme und nach jeder grösseren Änderung.
Sicherheit
Benutzer und Passwörter
Ändern Sie das Werkspasswort gleich nach der ersten Anmeldung: unter Profil unten links. Ein Admin kann unter Einstellungen → Benutzerverwaltung weitere Benutzer anlegen und deren Passwörter ändern.
- Admin: Zugriff auf alle Funktionen und Einstellungen.
- Operator: sieht alle Geräte und Messwerte und kann exportieren, aber keine Einstellungen ändern.
- Benutzer: sieht nur die ihm zugeteilten Geräte – zum Beispiel für Mieter oder externe Dienstleister.
- Auf dem M-Center muss immer mindestens ein Benutzer in der Gruppe Admin bleiben.
Passwort vergessen?
Das Passwort lässt sich direkt am Gerät zurücksetzen. Dafür braucht es beides gleichzeitig: die gedrückte Recovery-Taste am M-Center und den Reset in der Weboberfläche.
- «Passwort vergessen?» wählenAuf der Anmeldeseite der Weboberfläche den Link «Passwort vergessen?» anklicken.
- Recovery-Taste gedrückt haltenDie Recovery-Taste sitzt unten rechts zwischen dem unteren Netzwerkanschluss und dem SIM-Slot – die linke der beiden Tasten, neben «Reset». Gedrückt halten.
- Gleichzeitig den Reset startenWährend die Taste gedrückt bleibt, in der Weboberfläche den Reset starten.
- Reset gestartetDas M-Center setzt das Passwort zurück. Vergeben Sie danach ein neues Passwort.
Dokumente
Handbuch und Datenblatt
PDF Handbuch M-Center2151 · Deutsch PDF Quickstart M-Center2150 · Deutsch PDF Datenblatt M-Center2140 · Deutsch
Alle Dokumente finden Sie auch unter Downloads.
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Wir begleiten Zählersuche, Adressierung, Validierung und Übergabe – vor Ort oder in einer Fernsitzung. Verrechnet wird nach Aufwand in Viertelstundenschritten.
Technischer Support
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