Wie ist BACnet aufgebaut?
BACnet denkt in Objekten. Ein Gerät im Netz ist ein Device-Objekt mit einer Instanznummer, die im ganzen BACnet-Netz nur einmal vorkommen darf. Darunter liegen weitere Objekte: ein Analog Input für einen Messwert wie die Wirkleistung, ein Binary Input für einen Schaltzustand, ein Analog Value für einen berechneten Wert.
Jedes Objekt hat Eigenschaften (Properties). Die wichtigste ist Present Value, der aktuelle Wert. Dazu kommen unter anderem Object Name, Units und Status Flags. Weil Name und Einheit im Gerät stehen, braucht die Leittechnik keine Registerliste, um einen Wert richtig zu deuten.
| Objekttyp | Bedeutung | Beispiel |
|---|---|---|
| Device | das Gerät selbst | Zähler, Regler, Gateway |
| Analog Input | gemessener Wert | Energie, Leistung, Spannung |
| Binary Input | Zustand ein oder aus | Meldekontakt, Tarifeingang |
| Analog Value | berechneter oder gesetzter Wert | Summe, Sollwert |
Wie tauschen BACnet-Geräte Daten aus?
Über Dienste (Services). Mit Who-Is fragt die Leittechnik, welche Geräte im Netz sind, und jedes Gerät antwortet mit I-Am. Mit ReadProperty liest sie einzelne Werte, mit ReadPropertyMultiple viele auf einmal.
Statt ständig abzufragen, kann die Leittechnik mit SubscribeCOV auch Änderungen abonnieren (COV steht für Change of Value). Das Gerät meldet sich dann selbst, wenn sich ein Wert um mehr als ein festgelegtes Mass ändert.
BACnet IP, MS/TP und BACnet/SC: was ist der Unterschied?
| Variante | Übertragung | Typischer Einsatz |
|---|---|---|
| BACnet IP | Ethernet, UDP-Port 47808 | Standard in neuen Anlagen |
| BACnet MS/TP | RS485, Master-Slave/Token-Passing | Feldgeräte, bestehende Anlagen |
| BACnet/SC | Ethernet, TLS-verschlüsselt über einen Hub | Anlagen mit hohen Anforderungen an die IT-Sicherheit |
Was macht ein BBMD?
Who-Is und I-Am sind Broadcasts, und Router leiten Broadcasts nicht in andere Subnetze weiter. Liegen Leittechnik und Geräte in verschiedenen Subnetzen, übernimmt das ein BACnet Broadcast Management Device (BBMD): Es nimmt die Broadcasts entgegen und schickt sie gezielt an die BBMDs der anderen Subnetze. Ein einzelnes Gerät kann sich stattdessen auch als Foreign Device bei einem BBMD anmelden.
Was bedeuten B-ASC und BTL?
BACnet beschreibt typische Gerätearten mit Profilen. Ein B-ASC (BACnet Application Specific Controller) ist ein Gerät mit fester Aufgabe, etwa ein Zähler oder ein Gateway, das seine Werte bereitstellt und auf Abfragen antwortet. Die BACnet Testing Laboratories (BTL) prüfen, ob ein Gerät die Anforderungen seines Profils erfüllt.
Wie kommen Zählerdaten ins BACnet?
Die meisten Abrechnungszähler haben kein BACnet, sondern M-Bus oder Modbus. Ein Gateway übersetzt: Es liest die Zähler über ihre eigene Schnittstelle aus und stellt jeden Zähler als eigenes BACnet-Device mit Analog-Input-Objekten bereit. Für die Leittechnik sieht es so aus, als hätte jeder Zähler BACnet.
Das EMU M-Center ist als B-ASC zertifiziert und unterstützt BBMD. Es übernimmt diese Aufgabe als M-Bus zu BACnet IP, RS485 zu BACnet IP und Modbus TCP zu BACnet IP. Wie Sie das in der Planung angehen, beschreibt der Beitrag Von M-Bus nach BACnet IP.