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ZEV17. Oktober 20268 Minuten

ZEV-Messkonzept: welche Zähler ein Zusammenschluss zum Eigenverbrauch braucht

Hinter dem Hauptzähler des Netzbetreibers ist der ZEV auf sich gestellt. Jede Wohnung, die Photovoltaik, die Batterie und die Wärmepumpe brauchen eigene Zähler, oft auch Wärme und Wasser, und alle Werte müssen zur Abrechnung. Ob dafür M-Bus oder LoRaWAN passt und wie viele M-Center es braucht, entscheidet sich an wenigen Punkten.

Das Wichtigste in Kürze

  • Der Netzbetreiber misst nur am gemeinsamen Anschlusspunkt. Alles dahinter misst der ZEV selbst.
  • Unterzähler, mit denen abgerechnet wird, müssen geeicht sein und alle zehn Jahre nachgeeicht werden.
  • Bis 100 A misst der EMU Professional II direkt, darüber mit Stromwandlern.
  • Wo Leitungen liegen oder gezogen werden können, ist M-Bus die erste Wahl. Im Bestand ohne Leitungen zu den Wohnungen spielt LoRaWAN seine Stärke aus.
  • Lässt sich zwischen den Gebäuden keine Busleitung ziehen, bekommt jedes Gebäude sein eigenes M-Center.

Was der ZEV selbst messen muss

Ein Zusammenschluss zum Eigenverbrauch tritt gegenüber dem Netzbetreiber als ein einziger Endverbraucher auf. Rechtsgrundlage sind die Artikel 17 und 18 des Energiegesetzes in der seit dem 1. Januar 2025 geltenden Fassung. Der Netzbetreiber misst am gemeinsamen Anschlusspunkt, was aus dem Netz bezogen und was eingespeist wird. Wie sich der Verbrauch dahinter auf Wohnungen, Gewerbe und Allgemeinteile verteilt, regelt der ZEV selbst.

Dafür braucht es private Unterzähler, die der Eigentümer beschafft und betreibt. Weil mit ihren Werten abgerechnet wird, gilt für sie das Messmittelrecht: Elektronische Elektrizitätszähler sind nach Artikel 6 der EMmV alle zehn Jahre nachzueichen. Verantwortlich ist der Betreiber der Anlage, nicht der Netzbetreiber.

Eine Voraussetzung gilt schon vor dem ersten Zähler: Die Produktionsleistung muss mindestens 10 Prozent der Anschlussleistung des Zusammenschlusses erreichen.

Beim virtuellen ZEV und bei der lokalen Elektrizitätsgemeinschaft (LEG) läuft die Abrechnung gegenüber dem Netz über die intelligenten Messsysteme des Netzbetreibers. Eigene Zähler bleiben dort für Wärme, Wasser, Wärmepumpe, Ladestationen und das Monitoring sinnvoll.

Das Messkonzept auf einen Blick

Die Animation zeigt ein typisches Projekt mit zwei Gebäuden: einen Neubau, in dem alle Zähler über M-Bus verbunden sind, und einen Bestandsbau, in dem Wärme- und Wasserzähler per Funk senden.

Abrechnung · LeitsystemMQTT · Modbus TCP · BACnet IPZEV – ein gemeinsamer AnschlusspunktVerteilnetzNetzbetreiberkWhHauptzählerdes NetzbetreibersGebäude A · NeubauPhotovoltaikVerteilungM-CenterGebäude AWohnungenPVBatterieWPAllgemeinM-BusWohnung 1WärmeWasserWohnung 2WärmeWasserWohnung 3WärmeWasserBatterieWPWandler über 100 AEin Stromzähler pro Einheitkeine BusleitungGebäude B · BestandLoRaWAN-GatewayVerteilungM-CenterGebäude BWohnungenAllgemeinWohnung 4WärmeWasserWohnung 5WärmeWasserWohnung 6WärmeWasserLoRaWANFunk statt neuer Leitungenbis 250 Zählerbis 250 ZählerMQTT
  1. Ein Anschluss für alleDer Netzbetreiber misst nur am gemeinsamen Anschlusspunkt. Dahinter teilt der ZEV die Energie selbst auf.
  2. Produktion und GrossverbraucherPhotovoltaik, Batterie und Wärmepumpe (WP) bekommen je einen eigenen Zähler. Über 100 A misst der Professional II mit Stromwandlern.
  3. Jede Einheit einzelnPro Wohnung ein Stromzähler im Verteiler, dazu Zähler für Wärme und Wasser in der Wohnung.
  4. M-Bus im Gebäude AWo Leitungen liegen oder neu gezogen werden, verbindet M-Bus alle Zähler mit dem M-Center.
  5. LoRaWAN im Gebäude BFehlt im Bestand die Leitung zu den Wohnungen, senden Wärme- und Wasserzähler per Funk an ein LoRaWAN-Gateway.
  6. Ein M-Center je GebäudeOhne Busleitung zwischen den Häusern bekommt jedes Gebäude sein eigenes M-Center, für bis zu 250 Zähler.
  7. Daten für die AbrechnungM-Center und LoRaWAN-Gateway liefern die Werte per MQTT, Modbus TCP oder BACnet IP an Abrechnung und Leitsystem.

Welche Messstellen es braucht

MessstelleZählerWorauf achten
Wohnungen und GewerbeEMU Professional II 3/100, ein Zähler pro EinheitGewerbe über 100 A mit Wandleranschluss
PhotovoltaikProfessional II je Anlage oder WechselrichterBezug und Lieferung getrennt, Lastgang im Zähler
BatteriespeicherProfessional IILaden und Entladen getrennt zählen
WärmepumpeProfessional IIeigener Zähler für die Aufteilung der Heizkosten
LadestationenProfessional II oder geeichter Zähler in der Ladestationeingebaute Zähler nur, wenn sie sich auslesen lassen
AllgemeinstromProfessional IITreppenhaus, Lift, Garage, Aussenbeleuchtung
Wärme, Kalt- und WarmwasserZähler von Helvatron, der Schwesterfirma von EMUmit M-Bus oder LoRaWAN

Direktanschluss oder Wandler?

Die Ausführung 3/100 misst bis 100 A je Phase direkt. Liegt der Dauerstrom darüber oder hat die Zuleitung mehr als 35 mm², kommt die Ausführung 3/5 mit Stromwandlern zum Zug. Bei Anlagen nahe an 100 A ist der Wandleranschluss die robustere Wahl.

Der Wandler richtet sich nach dem tatsächlichen Laststrom, nicht nach der Absicherung. EMU empfiehlt einen Arbeitsbereich von 5 bis 120 Prozent des Nennstroms. Ein Beispiel: Eine Photovoltaikanlage mit 150 kWp liefert bei 400 V rund 217 A. Mit einem Wandler 200/5 A liegt sie bei Volllast knapp über dem Nennstrom und damit im zulässigen Bereich.

Im Neubau passen Aufsteckwandler der Reihe EMCT. Im Bestand lassen sich teilbare Wandler der Reihe TQ um den vorhandenen Leiter legen, ohne die Verkabelung zu lösen. Ein Messklemmenblock mit Kurzschlussbrücken erspart beim späteren Zählertausch das Freischalten der Anlage.

M-Bus oder LoRaWAN?

Stromzähler sitzen fast immer im Verteiler. Dort sind die Wege kurz, und eine M-Bus-Leitung ist schnell verlegt. Für sie ist M-Bus die naheliegende Lösung. Bei Wärme- und Wasserzählern in den Wohnungen entscheidet der Leitungsweg:

  • Neubau oder Sanierung: M-Bus. Eine Leitung J-Y(ST)Y 2×2×0,8 mm verbindet alle Zähler mit dem M-Center. Stern, Baum und Linie dürfen gemischt werden.
  • Bestand ohne Leerrohre: LoRaWAN. Die Zähler senden per Funk an ein Gateway im Gebäude, neue Leitungen durch bewohnte Wohnungen entfallen. Vorher prüfen, ob der Empfang im ganzen Gebäude reicht.
  • Vorhandene Zähler: M-Bus-Zähler liest das M-Center direkt aus, auch Fremdfabrikate. Bei Funkzählern braucht es Protokoll und Schlüssel des Herstellers.

Gemischte Anlagen sind normal. Klären Sie früh, welche Zähler Ihr Abrechnungsdienstleister einbinden kann. Manche setzen bewusst nur auf verkabelte Zähler.

Wie viele M-Center braucht das Projekt?

Ein M-Center liest bis zu 250 M-Bus-Zähler aus. Die Grenze setzt in der Praxis oft der Speisestrom: Jeder Zähler zieht rund 1,5 mA, das M-Center liefert bei 230 V AC 450 mA Dauerlast und bei 24 V DC bis 1,6 A. Mit 20 Prozent Reserve bleibt Luft für spätere Erweiterungen. Wie man das durchrechnet, steht im Beitrag zur M-Bus-Buslast.

Die zweite Grenze ist die Leitung zwischen den Gebäuden. Lässt sich keine Busleitung von Haus zu Haus ziehen, bekommt jedes Gebäude sein eigenes M-Center. Wie viele Zähler ein Gerät ausliest, schaltet eine Lizenz frei: Das Grundgerät liest 20 Zähler, die Erweiterungen reichen bis 60, 120 oder 250.

Das M-Center speichert die Werte und gibt sie per MQTT, Modbus TCP, BACnet IP, OPC UA oder als Datei an die Abrechnung weiter. Dafür braucht es Internet in der Verteilung, in der das M-Center sitzt. Fehlt dort ein Netzwerkanschluss, verbindet sich das Gerät über ein optional eingebautes LTE-Modem.

Was für die Offerte bereitliegen sollte

  • Anzahl Gebäude und ob sich zwischen ihnen eine Busleitung ziehen lässt
  • Wohnungen und Gewerbeeinheiten je Gebäude
  • Welche Zähler jede Einheit braucht: Elektrizität, Wärme, Kälte, Kalt- und Warmwasser
  • Leistung von Photovoltaik, Batterie, Wärmepumpe und Ladestationen
  • Neubau, Sanierung oder Bestand, und ob Leerrohre zu den Wohnungen führen
  • Wer abrechnet und wie die Daten dorthin kommen

Genau diese Fragen stellt unser Projektkonfigurator für ZEV. Am Ende steht eine Stückliste mit Artikelnummern, die Sie direkt als Anfrage an uns senden.

Häufige Fragen


Braucht jede Wohnung im ZEV einen eigenen Stromzähler?

Ja, wenn nach Verbrauch abgerechnet wird. Der Netzbetreiber misst nur am gemeinsamen Anschlusspunkt. Die Aufteilung auf die einzelnen Parteien läuft über Unterzähler, die der Eigentümer beschafft und betreibt.

Müssen die Unterzähler im ZEV geeicht sein?

Ja, sobald mit ihren Werten abgerechnet wird. Elektronische Elektrizitätszähler sind nach Artikel 6 EMmV alle zehn Jahre nachzueichen. Für direkt messende Zähler ohne Wandler erlaubt die EMmV ein Stichprobenverfahren: Besteht ein Los die Prüfung, bleiben alle Zähler des Loses fünf weitere Jahre gültig.

Wann ist LoRaWAN besser als M-Bus?

Wenn im Bestand keine Leitungen zu den Wohnungen liegen und keine neuen gezogen werden sollen. Wo Leitungen möglich sind, bleibt M-Bus die erste Wahl: Die Werte kommen per Kabel ins M-Center, ohne dass der Funkempfang im Gebäude geplant werden muss.

Kann ich vorhandene Zähler weiter nutzen?

M-Bus-Zähler anderer Hersteller liest das M-Center über hinterlegte Treiber aus. Zähler mit Impulsausgang erfasst es über seine Flex-I/O-Eingänge. Bei Funkzählern prüfen wir Protokoll und Schlüssel, bevor wir die Einbindung zusagen.

Wie viele Zähler schafft ein M-Center?

Bis zu 250 M-Bus-Zähler. Entscheidend ist der Speisestrom: rund 1,5 mA pro Zähler, 450 mA Dauerlast bei 230 V AC und bis 1,6 A bei 24 V DC. Die Zahl der ausgelesenen Zähler richtet sich nach der Lizenz.

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