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M-Center29. September 20267 Minuten

M-Bus-Buslast berechnen: wie viele Zähler passen an einen Master?

Auf jedem Datenblatt steht eine Maximalzahl. In der Praxis scheitert kaum ein M-Bus-Strang an dieser Zahl, sondern am Speisestrom, an der Leitungskapazität oder an einer Reserve, die niemand eingeplant hat. Diese drei Grössen rechnet man in zehn Minuten durch – vor der Bestellung, nicht nach der Montage.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Begrenzung ist der Speisestrom, nicht die Stückzahl im Datenblatt.
  • Eine Standardlast entspricht rund 1,5 mA Ruhestromaufnahme.
  • Am EMU M-Center stehen bei 230 V AC 450 mA Dauerlast zur Verfügung, bei 24 V DC 1,6 A.
  • Rund 20 % Reserve einplanen, sonst wird jede Erweiterung zum Neuaufbau.

Was eine Standardlast wirklich ist

M-Bus-Zähler ziehen dauerhaft Strom aus dem Bus, auch wenn sie nicht gerade abgefragt werden. Diese Ruhestromaufnahme heisst Standardlast und beträgt rund 1,5 mA. Sie ist die Grundeinheit jeder Auslegung.

Der Haken: Nicht jedes Gerät zieht genau eine Standardlast. Manche Zähler, besonders solche mit Display, Funkmodul oder mehreren Messkanälen, ziehen zwei oder mehr. Wer in einer gemischten Anlage mit einer Standardlast pro Gerät rechnet, landet systematisch zu tief. Die Angabe steht im Datenblatt des jeweiligen Zählers – und zwar genau deshalb.

Was der Master liefern kann

Die zweite Grösse ist die Speisung des Masters, und die hängt davon ab, wie der Master selbst versorgt wird. Beim EMU M-Center macht das einen erheblichen Unterschied:

Speisung 230 V AC450 mA Dauerlast, 600 mA Spitze
Speisung 24 V DC1,6 A

Das heisst in der Praxis: Die oft zitierten 250 M-Bus-Geräte sind eine 24-V-DC-Rechnung. Wer den Logger an 230 V AC betreibt und 250 Zähler plant, hat ein Problem, das sich erst im Betrieb zeigt – meist dann, wenn die letzten Geräte sporadisch nicht mehr antworten.

Die Rechnung in drei Zeilen

Ein Beispiel aus einer Wohnüberbauung mit 120 Messpunkten für Strom, Wasser und Wärme:

120 Geräte × 1,5 mA180 mA
8 Geräte mit doppelter Last+ 12 mA
Reserve 20 %+ 38 mA
Gesamtbedarfrund 230 mA
Master an 230 V AC450 mA – passt mit Luft

Die Reserve ist kein Luxus. Sie deckt Anlaufströme beim Einschalten ab, kompensiert Alterung und – der häufigste Fall – erlaubt, in drei Jahren zwanzig weitere Zähler anzuhängen, ohne den Strang neu aufzubauen.

Die Leitung ist die zweite Grenze

Selbst wenn der Strom reicht, kann die Leitung begrenzen. Zulässig sind bis zu 5000 m bei 100 nF/km und maximal 90 Ω Schleifenwiderstand. Die Kapazität verschleift die Signalflanken; je mehr Kabel hängt, desto niedriger muss die Baudrate ausfallen.

Empfohlen wird J-Y(ST)Y 2×2×0,8 mm, nach Möglichkeit geschirmt. Stern-, Baum- und Linientopologien sind alle zulässig und mischbar – anders als bei RS-485, wo Sternverdrahtung die häufigste Fehlerquelle ist.

Praktischer Nebeneffekt der 2400 Bd, die sich als Standard eingebürgert haben: Sie sind der Kompromiss, bei dem Reichweite und Auslesedauer gleichzeitig vertretbar bleiben. Für Viertelstundenwerte reicht das auch bei 250 Geräten deutlich.

Was Sie vor der Bestellung klären sollten

  • Wie viele Geräte, und wie viele davon mit mehr als einer Standardlast?
  • Wird der Master mit 230 V AC oder 24 V DC gespeist?
  • Wie lang wird der längste Strang, welches Kabel liegt schon?
  • Wie viele Zähler kommen in den nächsten fünf Jahren dazu?
  • Welche Auslesefrequenz ist tatsächlich nötig – Viertelstunde, Stunde, Tag?

Die letzte Frage wird am häufigsten überschätzt. Für Abrechnung und Lastganganalyse genügen Viertelstundenwerte; minütliche Abfragen aller Geräte bringen keinen Erkenntnisgewinn, kosten aber Buszeit.

Häufige Fragen


Wie viele M-Bus-Zähler kann das EMU M-Center versorgen?

Bis zu 250 Standardlasten, wobei der Speisestrom entscheidet: Bei 230 V AC liefert der Master 450 mA Dauerlast und 600 mA Spitze, bei 24 V DC bis zu 1,6 A. Ein Standard-Slave zieht rund 1,5 mA, manche Geräte das Doppelte.

Wie viel Reserve soll ich einplanen?

Rund 20 Prozent. Sie deckt Anlaufströme, Alterung und spätere Erweiterungen ab. Ohne Reserve wird jede Nachrüstung zum Neuaufbau des Strangs.

Welche Leitungslänge ist bei M-Bus möglich?

Bis zu 5000 m bei 100 nF/km und maximal 90 Ω Schleifenwiderstand. Empfohlen wird J-Y(ST)Y 2×2×0,8 mm, nach Möglichkeit geschirmt. Stern-, Baum- und Linientopologien sind zulässig und mischbar.

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