Welche Schnittstelle passt wofür?
| Schnittstelle | Übertragung | Typischer Einsatz | Stärke |
|---|---|---|---|
| M-Bus | 2 Adern, Linie, Stern oder Baum | Abrechnung in Wohn- und Gewerbebauten | Speisung über den Bus, freie Topologie |
| RS485 / Modbus RTU | 2 Adern plus Bezugsmasse, Linie | Schaltschrank, Industrie, SPS | robust und sehr verbreitet |
| Modbus TCP | Ethernet | Leittechnik, SCADA, Energiemanagement | schnell, mehrere Clients gleichzeitig |
| BACnet | Ethernet (BACnet IP) oder RS485 (MS/TP) | Gebäudeleittechnik | Werte beschreiben sich selbst |
| LoRaWAN | Funk, 868 MHz | Nachrüstung ohne Kabel | keine Verkabelung, grosse Reichweite |
Die Tabelle zeigt die typische Verwendung. Welche Schnittstelle in Ihrem Projekt richtig ist, hängt vor allem vom Zielsystem ab: Was die Leittechnik, die Abrechnung oder die Cloud entgegennehmen kann, bestimmt den Weg der Daten.
Leitung oder Protokoll: was beschreibt welcher Begriff?
Viele Begriffe beschreiben nur eine Ebene. RS485 und Ethernet legen fest, wie die Bits über die Leitung gehen. Modbus und BACnet legen fest, was in den Telegrammen steht. Deshalb gibt es Modbus über RS485 (Modbus RTU) und über Ethernet (Modbus TCP), und BACnet ebenfalls über beide Wege.
Bei M-Bus und LoRaWAN gehören Übertragung und Protokoll zusammen: M-Bus ist Leitung und Datenformat in einem, LoRaWAN baut immer auf der Funktechnik LoRa auf.
Mehrere Schnittstellen in einem Projekt
In der Praxis treffen oft verschiedene Welten aufeinander: Wärme- und Wasserzähler mit M-Bus, Stromzähler mit Modbus und eine Leittechnik, die BACnet erwartet. Ein Datenlogger und Gateway wie das EMU M-Center liest M-Bus, Modbus RTU und Modbus TCP und gibt die Werte per BACnet IP, Modbus TCP oder MQTT weiter.
Den Stromzähler EMU Professional II gibt es mit M-Bus, RS485 (Modbus RTU), TCP/IP (Modbus TCP und MQTT) und LoRa. So lässt sich die Schnittstelle nach dem Projekt wählen und nicht umgekehrt.