Teilbare Stromwandler

Teilbare Stromwandler TQ: nachrüsten ohne Abklemmen

Der Kern lässt sich öffnen und um einen bestehenden isolierten Leiter legen. Ein hörbares Klicken bestätigt den Verschluss. 1 A Sekundärstrom, 100 bis 1000 A primär, 3 m fest angeschlossene Leitung.

Teilbarer Stromwandler der TQ-Serie mit geöffnetem Kern und fest angeschlossener Sekundärleitung
TQ-Serie · teilbarer Kern · 1 A Sekundärstrom · IEC 60044-1

Prinzip

Wann lohnt sich ein teilbarer Stromwandler?


Im Bestand ist das Auftrennen eines Leiters selten eine Option: Die Anlage läuft, die Abschaltung kostet Produktion oder Komfort, und manchmal weiss niemand mehr genau, was an diesem Abgang hängt. Genau dafür gibt es teilbare Wandler. Der Kern wird geöffnet, um den Leiter gelegt und wieder geschlossen.

Was das kostet

Die Trennfuge im Kern bedeutet einen kleinen Luftspalt. Deshalb erreichen teilbare Wandler bei gleicher Baugrösse in der Regel Klasse 1 statt Klasse 0,5, und die zulässige Bürde ist mit 0,2 VA deutlich kleiner. Für Monitoring, Lastgangerfassung und interne Kostenverteilung reicht das; für Abrechnungen mit Anforderung an Klasse 0,5 ist die Auswahl eingeschränkt.

Typische Einsätze

  • Nachträgliches Messkonzept in einem bestehenden Gebäude
  • Einzelne Abgänge, die bisher nicht erfasst wurden
  • Temporäre Messungen zur Analyse vor einem Umbau
  • Unterverteilungen, in denen keine Abschaltung möglich ist
Teilbarer Stromwandler der TQ-Serie mit geschlossenem Kern und abgehender Sekundärleitung
Geschlossener Kern mit fest angeschlossener Sekundärleitung, 3 m, 0,5 mm²

Typenübersicht

Welche teilbaren Stromwandler gibt es?


Zwei Baugrössen: TQ40 für 100 bis 400 A mit Öffnungen von Ø 18 und Ø 28 mm, TQ50 für 500 bis 1000 A mit Ø 42 mm. Alle Typen liefern 1 A sekundär.

TypPrimärstromSekundärKlasseBürdeKabelöffnungMasse B × H × T
TQ40-B 100/1A100 A1 A10,2 VAØ 18 mm67 × 45 × 49 mm
TQ40-B 150/1A150 A1 A10,2 VAØ 18 mm67 × 45 × 49 mm
TQ40-C 200/1A200 A1 A10,2 VAØ 28 mm67 × 45 × 49 mm
TQ40-C 250/1A250 A1 A10,2 VAØ 28 mm67 × 45 × 49 mm
TQ40-C 300/1A300 A1 A10,2 VAØ 28 mm67 × 45 × 49 mm
TQ40-C 400/1A400 A1 A10,2 VAØ 28 mm66 × 44 × 48 mm
TQ50-E 500/1A500 A1 A10,2 VAØ 42 mm66 × 97 × 55 mm
TQ50-E 600/1A600 A1 A10,2 VAØ 42 mm66 × 97 × 55 mm
TQ50-E 800/1A800 A1 A10,2 VAØ 42 mm66 × 97 × 55 mm
TQ50-E 1000/1A1000 A1 A10,2 VAØ 42 mm66 × 97 × 55 mm
TQ50-L 500/1A500 A1 A0,50,5 VAØ 42 × 84 mm66 × 139 × 55 mm
TQ50-L 1000/1A1000 A1 A10,2 VA2 × Ø 42 mm66 × 139 × 55 mm
Teilbare Stromwandler TQ, alle Typen

Lieferumfang

Sekundärleitung 0,5 mm², 3 m, mehrfarbig codiert, fest angeschlossen. Dazu zwei UV-beständige Kabelbinder zur Fixierung. Gehäuse aus PVC.

Click and Go

Der Verschluss rastet hörbar ein. Dieses Klicken ist das Prüfkriterium: Ein nicht vollständig geschlossener Kern misst deutlich zu wenig.

Nur isolierte Leiter

Die TQ-Serie ist ausdrücklich für isolierte Leiter vorgesehen. Für blanke Leiter und Stromschienen kommen Aufsteckwandler zum Einsatz.

Dimensionierung

Wie dimensioniere ich einen Stromwandler richtig?


Ein Wandler wird nicht nach der Absicherung gewählt, sondern nach dem Strom, der tatsächlich fliesst. Ein zu gross gewählter Wandler misst im unteren Lastbereich ungenau, ein zu klein gewählter geht bei Lastspitzen in die Sättigung.

Arbeitsbereich 5 bis 120 Prozent

EMU empfiehlt, den Wandler so zu wählen, dass der Betriebsstrom zwischen 5 % und 120 % des Nennstroms liegt. Unterhalb von 5 % steigt der relative Fehler stark an, oberhalb von 120 % verlässt der Kern den linearen Bereich.

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Praktisch heisst das: Der kleinste regelmässig auftretende Laststrom sollte über 5 % liegen, der grösste zu erwartende unter 120 %. Gibt es beides nicht gleichzeitig, entscheidet der Bereich, der abgerechnet oder ausgewertet wird.

Rechenbeispiel

Eine Anlage ist mit 250 A abgesichert, der gemessene Dauerstrom liegt zwischen 40 A und 180 A.

  • 250/5 A: 5 % = 12,5 A, 120 % = 300 A. Beide Grenzen passen.
  • 600/5 A: 5 % = 30 A. Der untere Lastbereich liegt teils darunter – ungenau.
  • 150/5 A: 120 % = 180 A. Die Spitze liegt genau an der Grenze – zu knapp.

Gewählt wird 250/5 A. Die Absicherung allein hätte auch 600/5 A nahegelegt – und damit im Teillastbereich messbar danebengelegen.

Genauigkeitsklasse

Die Klasse des Wandlers begrenzt die Gesamtgenauigkeit der Messung. Ein Zähler der Klasse B nützt wenig, wenn davor ein Wandler der Klasse 3 sitzt. Für Abrechnung und Drittmengenabgrenzung ist Klasse 0,5 oder besser üblich.

Bürde

Die Bürde ist die Summe aus Zählerimpedanz, Klemmen und Leitungswiderstand, angegeben in VA. Bleibt die tatsächliche Bürde deutlich unter der Nennbürde, hält der Wandler seine Klasse. Lange Messleitungen mit kleinem Querschnitt treiben diesen Wert nach oben.

Leitungsquerschnitt

Bei 5 A Sekundärstrom wächst der Spannungsabfall mit dem Quadrat des Stroms und mit der Länge. Kurze Wege und mindestens 2,5 mm² sind die Regel; bei grösseren Entfernungen entweder den Querschnitt erhöhen oder einen Wandler mit höherer Nennbürde wählen.

Besonderheit bei 1 A Sekundärstrom

Die Verluste auf der Messleitung steigen mit dem Quadrat des Stroms. Bei 1 A statt 5 A fallen sie auf ein Fünfundzwanzigstel. Deshalb ist die kleine Nennbürde von 0,2 VA in der Praxis weniger einschränkend, als die Zahl zunächst vermuten lässt – vorausgesetzt, der Zähler ist für 1 A ausgelegt.

Sicherheit

Warum der Sekundärkreis eines Stromwandlers nie offen sein darf


Ein Stromwandler ist eine Stromquelle, keine Spannungsquelle. Solange der Sekundärkreis geschlossen ist, treibt er den übersetzten Strom durch die Bürde und die Spannung bleibt klein. Wird der Kreis bei fliessendem Primärstrom geöffnet, versucht der Wandler den Strom weiter zu treiben: Der Kern geht in Sättigung und an den Klemmen S1/S2 entstehen gefährlich hohe Spannungsspitzen. Das kann die Isolation zerstören, den Wandler dauerhaft schädigen und Personen gefährden.

Deshalb gilt: Vor jedem Eingriff am Zähler wird der Sekundärkreis kurzgeschlossen, nicht getrennt.

Kurzschlussklemmen von Anfang an einplanen

Zwischen Wandler und Zähler gehört ein Messklemmenblock mit Kurzschlussbrücken. Er kostet wenig, wird aber oft weggelassen – und fehlt genau dann, wenn Jahre später jemand den Zähler tauschen muss. Ohne diese Klemmen bleibt nur, die Anlage freizuschalten.

  • Je Phase eine Klemme mit Trennmesser und Kurzschlussbrücke
  • Reihenfolge: erst brücken, dann zum Zähler trennen
  • Klemmenblock beschriften: welcher Wandler, welche Phase, welches Verhältnis
  • Prüfbuchsen erlauben die Kontrollmessung im Betrieb

Reihenfolge beim Zählertausch

  1. Kurzschlussbrücken im Messklemmenblock schliessen
  2. Prüfen, dass die Brücken wirklich Kontakt haben
  3. Erst jetzt die Leitungen zum Zähler lösen
  4. Neuen Zähler anklemmen, Wandlerverhältnis einstellen
  5. Brücken öffnen und Messwerte gegen die Last plausibilisieren

Weitere Punkte, die in der Praxis schiefgehen

Die Richtung P1 → P2 muss zur Energieflussrichtung passen, sonst zählt der Zähler Bezug als Lieferung. S1 und S2 dürfen nicht vertauscht werden. Das Wandlerverhältnis gehört im Zähler hinterlegt und im Schaltplan dokumentiert – ohne diese Angabe ist eine spätere Abrechnung nicht nachvollziehbar.

Häufige Fragen

Häufige Fragen zu teilbaren Stromwandlern


Grundlagen, technische Daten, Montage und Sicherheit der TQ-Serie.

Grundlagen Technische Daten Montage Sicherheit

Grundlagen

Was ist ein teilbarer Stromwandler?

Ein Wandler, dessen Kern sich öffnen lässt. Er wird um einen bestehenden Leiter gelegt und wieder geschlossen, ohne dass die Verkabelung aufgetrennt werden muss. Im Englischen heisst die Bauform Split-Core, umgangssprachlich auch Klappwandler.

Wann lohnt sich ein teilbarer Wandler?

Immer dann, wenn nachträglich gemessen werden soll: bei der Erweiterung einer bestehenden Anlage, beim Aufbau eines Messkonzepts in einem Bestandsgebäude oder bei temporären Messungen. Der Aufsteckwandler bleibt die robustere und meist genauere Wahl, wenn ohnehin neu verkabelt wird.

Welchen Sekundärstrom liefert die TQ-Serie?

Alle Typen der TQ-Serie arbeiten mit 1 A Sekundärstrom. Dazu passt eine Zählerausführung für 1 A; der EMU Professional II bildet in der /1-A-Variante Verhältnisse von 1/1 bis 4’000/1 ab.

Muss die Anlage zur Montage abgeschaltet werden?

Das Öffnen und Schliessen des Kerns selbst erfordert kein Auftrennen des Leiters. Ob unter Spannung gearbeitet werden darf, richtet sich nach den geltenden Arbeitsvorschriften und der Qualifikation der ausführenden Person – das ist eine organisatorische, keine produktbezogene Frage.

Technische Daten

Welche Primärströme gibt es?

Von 100 A beim TQ40-B bis 1000 A beim TQ50-E und TQ50-L. Die Baugrösse TQ40 deckt 100 bis 400 A ab, die Baugrösse TQ50 die Bereiche von 500 bis 1000 A.

Welche Kabelöffnungen stehen zur Verfügung?

Ø 18 mm beim TQ40-B, Ø 28 mm beim TQ40-C und Ø 42 mm bei der TQ50-Serie. Der TQ50-L bietet eine Öffnung von 42 × 84 mm beziehungsweise zwei Öffnungen von je Ø 42 mm.

Welche Genauigkeitsklasse erreichen die teilbaren Wandler?

Klasse 1 nach IEC 60044-1 bei den meisten Typen, Klasse 0,5 beim TQ50-L 500/1A. Für Abrechnungen mit Anforderung an Klasse 0,5 ist die Auswahl damit eingeschränkt.

Wie gross ist die Bürde?

Maximal 0,2 VA am Kabelende, beim TQ50-L 500/1A 0,5 VA. Weil der Sekundärstrom nur 1 A beträgt, fällt der Einfluss der Leitungslänge auf die Bürde deutlich geringer aus als bei 5-A-Wandlern.

Wie lang ist die Sekundärleitung?

Die Wandler haben eine fest angeschlossene Leitung von 3 m Länge mit 0,5 mm² Querschnitt, mehrfarbig codiert. Das Gehäuse besteht aus PVC.

Montage

Wie wird ein teilbarer Wandler montiert?

Der Kern wird geöffnet, um den Leiter gelegt und geschlossen, bis ein hörbares Klicken die korrekte Verriegelung bestätigt. Zwei UV-beständige Kabelbinder zur Fixierung liegen bei. Ein nicht vollständig geschlossener Kern verfälscht die Messung erheblich.

Dürfen die Wandler um blanke Leiter gelegt werden?

Nein. Die TQ-Serie ist ausdrücklich nur für isolierte Leiter vorgesehen. Bei blanken Leitern oder Stromschienen kommen Aufsteckwandler mit entsprechender Isolationsprüfung zum Einsatz.

Worauf muss ich bei der Richtung achten?

Wie bei jedem Stromwandler gilt P1 zur Einspeisung, P2 zur Last. Die Markierung befindet sich auf dem Gehäuse. Bei falscher Richtung kehrt sich das Vorzeichen der Messung um.

Kann ich die Sekundärleitung verlängern?

Grundsätzlich ja, solange die Gesamtbürde unter dem Nennwert bleibt. Bei 1 A Sekundärstrom ist der Spielraum deutlich grösser als bei 5 A. Die Verlängerung muss sicher ausgeführt und so angeordnet sein, dass der Kreis nicht unbeabsichtigt geöffnet werden kann.

Sicherheit

Gilt die Kurzschlussregel auch für teilbare Wandler?

Ja, uneingeschränkt. Auch ein Wandler mit 1 A Sekundärstrom erzeugt am offenen Sekundärkreis gefährliche Spannungen. Der Kreis wird vor jedem Eingriff über Kurzschlussklemmen gebrückt und nicht einfach getrennt.

Brauche ich auch hier einen Messklemmenblock?

Ja. Die fest angeschlossene Leitung endet sinnvollerweise in einem Messklemmenblock mit Kurzschlussbrücken, nicht direkt am Zähler. Nur so lässt sich der Zähler später tauschen, ohne die Anlage freizuschalten.

Was passiert, wenn der Kern nicht sauber schliesst?

Ein Luftspalt im Kern verringert die Kopplung und der Wandler misst deutlich zu wenig. Das Klickgeräusch beim Schliessen ist deshalb ein Prüfkriterium, keine Komfortfunktion. Verschmutzte Trennflächen gehören vor der Montage gereinigt.

Technische Angaben nach den Produktseiten von EMU Metering (Aufsteck-Stromwandler, teilbare Stromwandler), Stand Oktober 2026. Rechtliche Angaben nach der EMmV (SR 941.251). Massgebend für die Bestellung sind Datenblatt und Auftragsbestätigung.

Welcher Wandler passt zu Ihrer Anlage?


Schicken Sie uns Nennstrom der Absicherung, Leiterquerschnitt oder Schienenmass, Leitungslänge zum Zähler und die geforderte Genauigkeit. Wir rechnen Bürde und Klasse nach.

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