Aufsteck-Stromwandler

Aufsteck-Stromwandler EMCT mit 5 A Sekundärstrom

Geschlossener Kern, sechs Baugrössen, Primärströme von 60 bis 1250 A. Für Kabel bis Ø 65 mm und Stromschienen bis 80 × 10 mm – die übliche Wahl, wenn die Anlage ohnehin neu verkabelt wird.

Fünf Aufsteck-Stromwandler der EMCT-Serie nebeneinander, von der kleinsten bis zur grössten Baugrösse
EMCT-Serie · geschlossener Kern · 5 A Sekundärstrom · DIN EN 61869-2

Prinzip

Was ist ein Aufsteck-Stromwandler?


Der Primärleiter wird durch das Fenster eines geschlossenen Ringkerns geführt und bildet damit die Primärwicklung, meist mit einer einzigen Windung. Der Strom erzeugt ein Magnetfeld, das in der Sekundärwicklung einen proportional kleineren Strom induziert – bei der EMCT-Serie 5 A bei Nennstrom.

Warum der Kern geschlossen ist

Ein durchgehender Kern ohne Trennfuge führt den magnetischen Fluss ohne Luftspalt. Das ist der Grund, warum Aufsteckwandler bei gleicher Baugrösse genauer sind als teilbare. Der Preis dafür: Der Leiter muss zur Montage einmal aufgetrennt oder die Schiene vor dem Verschrauben eingeschoben werden.

Wo sie eingesetzt werden

  • Hauptverteilungen und Unterverteilungen im Neubau
  • Abgänge zu Produktionsanlagen, Ladeinfrastruktur und Wärmepumpen
  • Messungen, die abgerechnet werden und Klasse 0,5 verlangen
  • Stromschienensysteme, wo ein teilbarer Wandler nicht passt
Aufsteck-Stromwandler EMCT 51 von schräg oben, Typenschild mit Primärstrom, Bürde und Genauigkeitsklasse sowie die Sekundärklemmen S1 und S2
Typenschild mit Verhältnis, Bürde und Klasse – oben die Sekundärklemmen S1 und S2

Typenübersicht

Welche Aufsteck-Stromwandler gibt es?


Sechs Baugrössen von EMCT 21 bis EMCT 81. Innerhalb einer Baugrösse ändert sich mit dem Primärstrom auch die Nennbürde und ab 250 A die Genauigkeitsklasse.

TypPrimärstromSekundärNennbürdeKlasseMasse B × H × TArt.-Nr.
EMCT 2160 A5 A1,5 VA151 × 70 × 30 mmCT.21.060
EMCT 3180 A5 A1,5 VA150 × 70 × 30 mmCT.31.080
EMCT 31100 A5 A2,5 VA150 × 70 × 30 mmCT.31.100
EMCT 31125 A5 A2,5 VA150 × 70 × 30 mmCT.31.125
EMCT 31150 A5 A2,5 VA150 × 70 × 30 mmCT.31.150
EMCT 31200 A5 A2,5 VA150 × 70 × 30 mmCT.31.200
EMCT 31250 A5 A5 VA0,550 × 70 × 30 mmCT.31.250
EMCT 31300 A5 A5 VA0,550 × 70 × 30 mmCT.31.300
EMCT 31400 A5 A5 VA0,550 × 70 × 30 mmCT.31.400
EMCT 41250 A5 A2,5 VA0,562 × 78 × 40 mmCT.41.250
EMCT 41300 A5 A5 VA0,562 × 78 × 40 mmCT.41.300
EMCT 41400 A5 A5 VA0,562 × 78 × 40 mmCT.41.400
EMCT 41500 A5 A5 VA0,562 × 78 × 40 mmCT.41.500
EMCT 51600 A5 A10 VA0,574 × 98 × 50 mmCT.51.600
EMCT 51800 A5 A12,5 VA0,574 × 98 × 50 mmCT.51.800
EMCT 61600 A5 A15 VA0,586 × 110 × 45 mmCT.61.600
EMCT 61800 A5 A20 VA0,586 × 110 × 45 mmCT.61.800
EMCT 611000 A5 A20 VA0,586 × 110 × 45 mmCT.61.1000
EMCT 611200 A5 A20 VA0,586 × 110 × 45 mmCT.61.1200
EMCT 81800 A5 A10 VA0,5104 × 126 × 45 mmCT.81.800
EMCT 811250 A5 A20 VA0,5104 × 126 × 45 mmCT.81.1250
Aufsteck-Stromwandler EMCT, alle Typen

Die Nennbürde ist typabhängig. Einzelne Geräte tragen auf dem Typenschild einen vom Katalog abweichenden Wert – prüfen Sie die Angabe vor der Auslegung am Datenblatt des konkreten Typs.

Kabelöffnungen

Ø 21, 26, 31, 41, 51 und 65 mm. Entscheidend ist der Aussendurchmesser des Kabels inklusive Isolation, nicht der Leiterquerschnitt.

Stromschienen

20 × 10, 30 × 10, 40 × 10, 50 × 10, 60 × 10 und 80 × 10 mm. Bei mehreren parallelen Schienen je Phase zählt das Gesamtpaket.

Hutschienenadapter

Für EMCT 21, 31 und 41 ist ein Schnappadapter für die DIN-Schiene als Zubehör erhältlich, je Wandler einer. Für EMCT 51, 61 und 81 ist keiner gelistet.

Aufsteck-Stromwandler EMCT 31 mit runder Kabelöffnung
EMCT 31. 50 × 70 × 30 mm, verfügbar von 80 bis 400 A. Bis 200 A in Klasse 1, ab 250 A in Klasse 0,5. Das abgebildete Gerät trägt die Aufschrift CT.31.300, also 300/5 A.
Aufsteck-Stromwandler EMCT 61 mit grosser rechteckiger Öffnung für Stromschienen
EMCT 61. 86 × 110 × 45 mm, 600 bis 1200 A, Nennbürde bis 20 VA. Die grosse Öffnung nimmt auch breite Stromschienen auf.

Dimensionierung

Wie dimensioniere ich einen Stromwandler richtig?


Ein Wandler wird nicht nach der Absicherung gewählt, sondern nach dem Strom, der tatsächlich fliesst. Ein zu gross gewählter Wandler misst im unteren Lastbereich ungenau, ein zu klein gewählter geht bei Lastspitzen in die Sättigung.

Arbeitsbereich 5 bis 120 Prozent

EMU empfiehlt, den Wandler so zu wählen, dass der Betriebsstrom zwischen 5 % und 120 % des Nennstroms liegt. Unterhalb von 5 % steigt der relative Fehler stark an, oberhalb von 120 % verlässt der Kern den linearen Bereich.

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Praktisch heisst das: Der kleinste regelmässig auftretende Laststrom sollte über 5 % liegen, der grösste zu erwartende unter 120 %. Gibt es beides nicht gleichzeitig, entscheidet der Bereich, der abgerechnet oder ausgewertet wird.

Rechenbeispiel

Eine Anlage ist mit 250 A abgesichert, der gemessene Dauerstrom liegt zwischen 40 A und 180 A.

  • 250/5 A: 5 % = 12,5 A, 120 % = 300 A. Beide Grenzen passen.
  • 600/5 A: 5 % = 30 A. Der untere Lastbereich liegt teils darunter – ungenau.
  • 150/5 A: 120 % = 180 A. Die Spitze liegt genau an der Grenze – zu knapp.

Gewählt wird 250/5 A. Die Absicherung allein hätte auch 600/5 A nahegelegt – und damit im Teillastbereich messbar danebengelegen.

Genauigkeitsklasse

Die Klasse des Wandlers begrenzt die Gesamtgenauigkeit der Messung. Ein Zähler der Klasse B nützt wenig, wenn davor ein Wandler der Klasse 3 sitzt. Für Abrechnung und Drittmengenabgrenzung ist Klasse 0,5 oder besser üblich.

Bürde

Die Bürde ist die Summe aus Zählerimpedanz, Klemmen und Leitungswiderstand, angegeben in VA. Bleibt die tatsächliche Bürde deutlich unter der Nennbürde, hält der Wandler seine Klasse. Lange Messleitungen mit kleinem Querschnitt treiben diesen Wert nach oben.

Leitungsquerschnitt

Bei 5 A Sekundärstrom wächst der Spannungsabfall mit dem Quadrat des Stroms und mit der Länge. Kurze Wege und mindestens 2,5 mm² sind die Regel; bei grösseren Entfernungen entweder den Querschnitt erhöhen oder einen Wandler mit höherer Nennbürde wählen.

Typisch bei der EMCT-Serie

Die Nennbürde steigt mit dem Primärstrom: 1,5 VA beim EMCT 21 bis 20 VA beim EMCT 61 und 81. Wer lange Messleitungen hat, wählt deshalb nicht nur nach Strom, sondern auch nach Bürde – oder legt den Zähler näher an den Wandler.

Sicherheit

Warum der Sekundärkreis eines Stromwandlers nie offen sein darf


Ein Stromwandler ist eine Stromquelle, keine Spannungsquelle. Solange der Sekundärkreis geschlossen ist, treibt er den übersetzten Strom durch die Bürde und die Spannung bleibt klein. Wird der Kreis bei fliessendem Primärstrom geöffnet, versucht der Wandler den Strom weiter zu treiben: Der Kern geht in Sättigung und an den Klemmen S1/S2 entstehen gefährlich hohe Spannungsspitzen. Das kann die Isolation zerstören, den Wandler dauerhaft schädigen und Personen gefährden.

Deshalb gilt: Vor jedem Eingriff am Zähler wird der Sekundärkreis kurzgeschlossen, nicht getrennt.

Kurzschlussklemmen von Anfang an einplanen

Zwischen Wandler und Zähler gehört ein Messklemmenblock mit Kurzschlussbrücken. Er kostet wenig, wird aber oft weggelassen – und fehlt genau dann, wenn Jahre später jemand den Zähler tauschen muss. Ohne diese Klemmen bleibt nur, die Anlage freizuschalten.

  • Je Phase eine Klemme mit Trennmesser und Kurzschlussbrücke
  • Reihenfolge: erst brücken, dann zum Zähler trennen
  • Klemmenblock beschriften: welcher Wandler, welche Phase, welches Verhältnis
  • Prüfbuchsen erlauben die Kontrollmessung im Betrieb

Reihenfolge beim Zählertausch

  1. Kurzschlussbrücken im Messklemmenblock schliessen
  2. Prüfen, dass die Brücken wirklich Kontakt haben
  3. Erst jetzt die Leitungen zum Zähler lösen
  4. Neuen Zähler anklemmen, Wandlerverhältnis einstellen
  5. Brücken öffnen und Messwerte gegen die Last plausibilisieren

Weitere Punkte, die in der Praxis schiefgehen

Die Richtung P1 → P2 muss zur Energieflussrichtung passen, sonst zählt der Zähler Bezug als Lieferung. S1 und S2 dürfen nicht vertauscht werden. Das Wandlerverhältnis gehört im Zähler hinterlegt und im Schaltplan dokumentiert – ohne diese Angabe ist eine spätere Abrechnung nicht nachvollziehbar.

Häufige Fragen

Häufige Fragen zu Aufsteck-Stromwandlern


Auswahl, Montage, Anschluss und Betrieb der EMCT-Serie.

Auswahl Montage Anschluss und Sicherheit Betrieb

Auswahl

Welche Baugrösse brauche ich?

Die Baugrösse richtet sich nach dem, was durch das Fenster passen muss: Kabeldurchmesser oder Stromschienenmass. Die EMCT-Serie deckt Kabelöffnungen von Ø 21 bis Ø 65 mm und Schienen von 20 × 10 bis 80 × 10 mm ab. Erst danach kommt die Frage nach dem Primärstrom.

Welcher Primärstrom ist verfügbar?

Die EMCT-Serie reicht von 60 A beim EMCT 21 bis 1250 A beim EMCT 81. Innerhalb einer Baugrösse gibt es mehrere Primärströme; beim EMCT 31 etwa 80, 100, 125, 150, 200, 250, 300 und 400 A.

Welchen Sekundärstrom liefern die Wandler?

Alle Typen der EMCT-Serie arbeiten mit 5 A Sekundärstrom. Dazu passt die Ausführung EMU Professional II 3/5, die auf 5 A Sekundärstrom ausgelegt ist und Verhältnisse von 5/5 bis 20’000/5 abbilden kann.

Welche Genauigkeitsklassen gibt es?

Die kleineren Typen bis 200 A sind in Klasse 1 ausgeführt, ab 250 A in Klasse 0,5. Für Abrechnung und Drittmengenabgrenzung ist Klasse 0,5 die übliche Wahl. Die Klassifizierung erfolgt nach DIN EN 61869-2.

Wie hoch ist die Nennbürde?

Je nach Typ zwischen 1,5 VA beim EMCT 21 und 20 VA beim EMCT 61 und EMCT 81. Die vollständige Zuordnung steht in der Tabelle auf dieser Seite. Die tatsächliche Bürde aus Zähler, Klemmen und Leitung muss darunter bleiben.

Montage

Wie wird ein Aufsteckwandler montiert?

Der Leiter oder die Stromschiene wird durch das Fenster geführt, in Richtung P1 nach P2. Der Wandler wird mit dem beiliegenden Befestigungsmaterial fixiert. Weil der Ring geschlossen ist, muss der Leiter dafür einmal aufgetrennt oder die Schiene vor der Montage eingeschoben werden.

Gibt es eine Hutschienenmontage?

Für die Typen EMCT 21, 31 und 41 ist ein Schnappadapter für die DIN-Schiene als Zubehör erhältlich, je Wandler einer. Für die grösseren Typen EMCT 51, 61 und 81 ist kein Adapter gelistet; sie werden direkt befestigt.

Wie viel Platz muss ich einplanen?

Die Abmessungen reichen von 51 × 70 × 30 mm beim EMCT 21 bis 104 × 126 × 45 mm beim EMCT 81. Dazu kommt der Platz für die Sekundärklemmen und den Biegeradius der Messleitungen. Die genauen Masse stehen in der Tabelle.

Kann ich den Messbereich durch mehrfaches Durchführen ändern?

Bei kleinen Strömen wird der Leiter gelegentlich mehrfach durch das Fenster geführt, um das Verhältnis zu vervielfachen. Ob das für einen bestimmten Wandler zulässig ist und welche Klasse dann gilt, sagt das Datenblatt des Typs. Für die Abrechnung sollte darauf verzichtet werden.

Anschluss und Sicherheit

Darf ich den Sekundärkreis im Betrieb trennen?

Nein. Bei fliessendem Primärstrom entstehen am offenen Sekundärkreis gefährlich hohe Spannungen. Vor jedem Eingriff wird der Kreis über Kurzschlussklemmen gebrückt. Ohne solche Klemmen bleibt nur, die Anlage freizuschalten.

Welche Klemmen brauche ich zwischen Wandler und Zähler?

Einen Messklemmenblock mit Trennmessern und Kurzschlussbrücken, je Phase eine Klemme. Prüfbuchsen erlauben zusätzlich die Kontrollmessung im Betrieb, ohne etwas zu lösen. Der Block gehört in die Planung, nicht in die Nacharbeit.

Wie herum wird der Wandler aufgesteckt?

P1 zeigt zur Einspeisung, P2 zur Last. Die Bezeichnungen sind auf dem Gehäuse eingeprägt. Wird der Wandler verkehrt montiert, zählt der Zähler Bezug als Lieferung – bei Eigenverbrauchsanlagen fällt das erst in der Abrechnung auf.

Was passiert bei vertauschten Sekundärklemmen?

S1 und S2 vertauscht hat denselben Effekt wie ein verkehrt montierter Wandler: Das Vorzeichen der betroffenen Phase kehrt sich um. Bei dreiphasiger Messung zeigt sich das in unplausiblen Leistungswerten einer einzelnen Phase.

Betrieb

Muss ich das Wandlerverhältnis im Zähler einstellen?

Ja. Ohne korrekt hinterlegtes Verhältnis rechnet der Zähler die Sekundärwerte falsch auf die Primärseite hoch. Die Einstellung gehört ins Inbetriebnahmeprotokoll und in den Schaltplan, damit sie beim späteren Zählertausch nicht neu erraten werden muss.

Wie prüfe ich, ob die Messung stimmt?

Eine bekannte Last einschalten und den angezeigten Strom gegen eine Zangenmessung am Primärleiter vergleichen. Abweichungen um einen glatten Faktor deuten fast immer auf ein falsch eingestelltes Wandlerverhältnis hin, nicht auf einen defekten Wandler.

Sind Stromwandler eichpflichtig?

Nach Artikel 13 Absatz 1 EMmV ist die Eichgültigkeit induktiver und kapazitiver Messwandler unbegrenzt. Für andere Wandlertypen kann das Bundesamt bei der Zulassung eine Nacheichfrist festlegen. Der Zähler selbst unterliegt davon unabhängig seiner eigenen Frist.

Welcher EMU-Zähler passt zu diesen Wandlern?

Der EMU Professional II in der Ausführung 3/5 mit 5 A Sekundärstrom. Er nimmt Verhältnisse von 5/5 bis 20’000/5 in Schritten von 5 A auf und verträgt sekundär dauerhaft bis 6 A.

Technische Angaben nach den Produktseiten von EMU Metering (Aufsteck-Stromwandler, teilbare Stromwandler), Stand Oktober 2026. Rechtliche Angaben nach der EMmV (SR 941.251). Massgebend für die Bestellung sind Datenblatt und Auftragsbestätigung.

Welcher Wandler passt zu Ihrer Anlage?


Schicken Sie uns Nennstrom der Absicherung, Leiterquerschnitt oder Schienenmass, Leitungslänge zum Zähler und die geforderte Genauigkeit. Wir rechnen Bürde und Klasse nach.

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